Eine Nacht am Steinhuder Meer (und ein langer Weg dorthin)

Zu zweit sind wir von Ostfriesland aufgebrochen, ohne klares Ziel. #einfachmachen, eben! Die erste Idee: einen Teil der Strecke (wohin auch immer) mit einem Kanu zurücklegen. Auf der Weser. Oder so. Letztlich ist alles anders gekommen, aber das war nicht schlimm – es war gut so, wie es war!

Mit der Bahn in Norden gestartet, sind wir dann in Nienburg (Weser) ausgestiegen, haben den schönen Wochenmarkt entdeckt, uns mit einer kleinen Pizza gestärkt und dann losgewandert. Das Ziel (nach einigem Hin und Her): das Steinhuder Meer! Eine ordentlich lange Strecke, wie wir dann irgendwann gemerkt haben…

Aber der Weg war traumhaft schön. Wir waren viel im Wald unterwegs, zwischendurch auch an Feldern entlang und nur sehr selten war so etwas wie Zivilisation zu erkennen. Einmal 2 Kilometer an einer Straße entlang, sonst nur Natur pur.

Bei Kilometer 20 haben wir zum ersten Mal geahnt, dass der letzte Teil des Weges wohl der anstrengendste werden würde. Letztlich haben wir uns noch gute 10 Kilometer voran gekämpft, zwischendurch auch über eine „Abkürzung“, die sich als hoch bewachsenes Feld erwiesen hat (Brennnesseln, Disteln oder beides? Du hast die Wahl!) und sind letztlich glücklicn angekommen. Dachten wir. Denn nach einer kleinen Stärkung im örtlichen Restaurant (na gut, das war jetzt nicht mehr so Natur pur) hieß es noch mal, knapp 5 Kilometer am Wasser entlang zum Strand an der weißen Düne, der uns für die Nacht empfohlen worden war.

Gute Wahl! Wir haben ein schönes Eckchen am Rand gefunden, durch Bäume relativ gut geschützt, und es uns dort gemütlich gemacht. Nur das Einschlafen viel schwer, weil zwei Partygesellschaften noch bis halb drei fröhlich gefeiert haben…

Dafür war das Aufwachen umso schöner! Vögelgezwitscher, frische Luft, das Wasser glitzert… Gefrühstückt haben wir auf dem Steg, sind anschließend noch ins Wasser gewatet (das Steinhuder Meer hat auch nicht viel mehr Tiefgang als die Nordsee an der ostfriesischen Festlandküste!) und die Sonne etwas genossen.

Dann: ab nach Neustadt am Rübenberge! Gut 10 Kilometer entfernt, nur diesmal leider viel an einer großen Straße entlang – aber Umwege für schönere Wege, das machten die müden Füße nicht mehr mit! 😉

Vor der Rückfahrt gab es noch eine großartige Waffel als krönendem Abschluss und dann saßen wir wieder im Zug. Müde, satt und glücklich, mit vielen Eindrücken, vielen tiefen Gesprächen und dem Gefühl, richtig was erlebt zu haben!

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