Alles Corona?

In der Evangelischen Jugend Hannover, für die ich arbeite, sind seit März alle Freizeiten und Bildungsfahrten abgesagt. Und auch im Sommer wird es so bleiben.

Nach einigem Trübsalblasen begann wieder ein bisschen Kreativität und die Lust auf Erlebnisse – irgendwo jenseits des Alltags und möglichst intensiv, wenn man sich schon nicht treffen darf.

Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch in die Hände bekommen, dessen Idee mich seither fasziniert: „Mikroabenteuer“ vom Hamburger Motivationscoach und Journalisten Christo Foerster. Die Wildnis beginnt vor Deiner eigenen Haustür, eigentlich musst Du nur losgehen. Das waren die Dinge, die mir als erstes hängengeblieben sind.

Im vorletzten Großfamilienurlaub in Schweden hatten Lea – meine Tochter – und ich eine spontane Idee: Wir wollen in der Ostsee baden!

65 Kilometer nördlich der schwedischen Südküste bedeutete das: Eineinhalb Stunden Autofahren. Oder: Wir begeben uns in ein Mikroabenteuer. Ja, klar! Das machen wir.

Fahrräder gepackt. 65 Kilometer durch den trockensten schwedischen Sommer seit Jahrzehnten. Nochmal sieben Kilometer durch ein Naturschutzgebiet und dann Ostsee, eine geschützte Lagune.

Ostsee – geschafft!

Und dann Nachtlager suchen. Über Karlsham zogen Wolken auf. Der erste und dann auch einzige Regen des ganzen Urlaubs. Aber wir waren wild entschlossen. Nach zehn nassen Kilometern eine Badebucht mit schroffen Felsen und einem kleinen Wäldchen auf der Küstenkuppe. Was für ein Ort!!

Aufbauen im Regen. Schlafen in Hängematten zwischen den Bäumen unter zwei improvisierten Zeltbahnen. Einschlafen mit Regen, Meeresbrise und einem Gefühl grenzenloser Freiheit.

Hängematten im Klippenwald

Ich hätte nicht geahnt, wie gut Müsli mit Orangensaft (statt Milch) zum Frühstück schmecken kann.

Katzenwäsche auf den Klippen und auf dem alten Bahndamm entlang der Mörum zurück Richtung Norden und zum Rest der Familie.

Das waren anderthalb Tage außerhalb der Zeit. Mit vielen Gesprächen, großem Staunen, langem Schweigen, Schauen und Hören. Irgendwie hatten wir beide das Gefühl, etwas intensiv erlebt zu haben: uns selber, die Zeit, das Leben, die Umwelt, auch ein bisschen Gott.

Seitdem geht es immer mal wieder raus und los.

In den Tagen, als wir viele, viele Absagen für den Sommer geschrieben haben, habe ich mich daran erinnert. Und das könnte etwas sein – für einen Corona-Sommer und darüber hinaus.

Als ein paar Kolleginnen und Kollegen und einige Leute aus der Evangelischen Jugend Hannover die Idee mit in die Hand genommen haben, war klar: in diesem Sommer versuchen wir, eine Community für Mikroabenteuer hinzubekommen. Darüber freue ich mich besonders. Und noch mehr auf spannende Abenteuer im Sommer!

Und: Hallo, da sind wir!

Also: #einfachmachen!

Beste Grüße! Bleibt gesund und munter und behütet!

Torsten

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